Campo de Criptana




19. Juni 2005

Nationalbolschewismus: Göbbels war prosowjetisch eingestellt!

Abgelegt unter: Allgemein — Campo-News @ 14:52

Von Zeit zu Zeit muss man daran erinnern, besonders, wenn die aktuelle Entwicklung mit Siebenmeilenstiefeln voranschreitet

Nun überschneidet sich aber diese ideologische Komplizenschaft, die Stalin durch den gemeinsamen Hass auf die Sozialdemokraten mit den Nationalsozialisten verbindet, teilweise mit wechselseitigem nationalem Interesse. Die Zusammenarbeit wird in deutschen Führungskreisen sehr positiv aufgenommen…es sind in jedem Fall Angehörige von Schichten, die traditionsgemäß dem Westen gegenüber eine feindliche Haltung einnehmen: die konservativen Abgeordneten des Reichstages haben sich mit der kommunistischen Partei verbündet und gemeinsam gegen den Locarno-Vertrag und den Dawes-Plan gestimmt. Sie waren die beständigsten Verfechter einer prorussischen Außenpolitik. Und Stalin erschien ihnen recht bald schon eher als nationaler Diktator denn als revolutionärer Führer.

In der Tat, Stalins Machtantritt festigte die Sympathien, die die revolutionär-konservative deutsche Rechte seit 1919, in unterschiedlichem Maße für die UDSSR hegte. Denn der Georgier scheint, trotz seiner Herkunft, die sowjetische Revolution eine russische Ausrichtung gegeben und damit ihre nationale Glaubwürdigkeit wieder hergestellt zu haben. Er vertrieb die Juden aus Moskau aus ihren Machtpositionen, er verkündete den 5-Jahres-Plan und die Kollektivierung der Landwirtschaft, zwei echte Kriegserklärungen an den westlichen Kapitalismus.

Die Vorstellung vom Bolschewismus änderte sich, und diese seltsame nationalbolschewistische deutsche Rechte erkennt ihre eigenen Leidenschaften um so besser wieder, als sein im rückständigen, dem Willen eines einzelnen Mannes unterworfenen Russland umgesetzt wird. Der Hass auf den Westen, die Allmacht der politischen Entscheidung, der Kult, der um die Arbeit und den Arbeiter betreiben wird…Dieses Ideengemenge findet sich z.B. bei Ernst Niekisch, einem ehemaligen Aktivisten der extremen Linken. Er wird Nationalist, weil er der prowestlichen Außenpolitik der Weimarer Republik feindlich gegenübersteht. Er behält die Idee von der Auserwähltheit des Arbeiters bei, aber macht diesen nicht mehr zum Befreier der Menschheit, sondern er verkörpert jetzt die Nation, ist das Symbol der Staatsräson.

Der Nationalbolschewismus ist jedoch nicht nur ein unter Schriftstellern oder Intellektuellen zu beobachtendes Phänomen. Es stößt in zahlreichen Jugendorganisationen, bis hin zum linken Flügel der Nazipartei, auf ein breites Echo. Göbbels war, weil ihm der Westen verhasst war, immer eher prorussisch, ja sogar prosowjetisch eingestellt, ebenso Otto Strasser. Zahlreiche Gruppen entschließen sich zu einem gemeinsamen Vorgehen mit der deutschen KP. Sie sind davon überzeugt, dass dies, auch wenn der Kommunismus sich vorübergehend durchsetzen sollte, letztendlich den Weg für einen völkischen Sozialismus freimachen wird. Die Kommunisten denken ebenso, allerdings in entgegen gesetzter Richtung. In diese Richtung geht die „Programmatische Erklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes“, die am 30. August 1930 von der KPD veröffentlicht wird. Mit diesem Papier, das vom Tenor her deutlich gegen die Versailler Verträge gerichtet ist, bemüht man sich, die nationalsozialistischen Wähler für die kommunistische Revolution zurück zu gewinnen. Das scheint durch das spätere Ausscheiden Otto Strassers aus der Nazipartei möglich. Diese Illusion hält sich bis zur Niederlage.

Stalin steht hinter der Politik der KPD und sein Vertrauensmann Thälmann übernimmt die Leitung der Partei. Er verhandelt seit geraumer Zeit mit der Rechten, denn er möchte herausfinden, was sie über gemeinsame Ideen hinaus an Interessen und Erwartungen miteinander verbindet. Wieso sollte er nicht, genauso wie sie selbst, davon überzeugt sein, die nationalsozialistische Bewegung zu gegebener Zeit kontrollieren zu können? Im Übrigen ist in seinen Augen alles, was sich zum rechten Flügel der SPD rechnet, komplett dem Bürgerlichen Lager zuzuordnen – mit Ausnahe derjenigen, die prorussisch eingestellt sind.

Die nationalsozialistische Revolution vollzieht sich auf innenpolitischer Ebene, nachdem Hitler Reichskanzler geworden ist. Hitler lässt am 30. Juni 1934 ungefähr hundert seiner Mitstreiter hinrichten, als ersten den Stabschef der SA, Ernst Röhm, einen seiner ältesten Kameraden.

Aus Francois Furets „Das Ende der Illusion“

Ohne die vorgestellten Worte zu kennen, schrieb ich schon 1999:

Als ich aus dieser Partei austrat, erklärte ich: Die PDS wird sich als “linke Alternative” zu den Republikanern empfehlen und zu Tode siegen.” Was habe ich damit gemeint?

Nur der unterschiedliche Stand in der Parteihierarchie zwischen Angela Marquardt und Tanja Krienen, brachte der Hinweis auf eben jenen Umstand, der ersten nur Schelte und Hohn, der zweiten aber ein Ausschlussverfahren ein. Denn Marquardt hatte ihrer Bundestagskollegin Ostrowski (Jürgen Elsässer: Eine nationale Sozialistin), der man, ohne sie zu kränken Rechtslastigkeit bescheinigen darf, die rechtsextreme Wiking-Jugend druckte z. B. zur Dresdner OB-Wahl 94 Aufkleber: Unsere Stimme für Christine Ostrowski!, so hatte also Marquardt an die Adresse Ostrowskis gesagt: „Solche Ausflüsse unbegrenzten Einfühlungsvermögen (für DVU-Wähler) sind gewöhnlich in der Nationalzeitung zu finden” und Marquardt warf der Parteiführung vor „auf derartigen Unsinn nicht reagiert zu haben” (Spiegel 12.4.99). Oder noch mal der ,,Spiegel” vom 9.8.99: „Eben noch wollten die Postsozialisten Wähler aus dem rechten Spektrum anlocken, die eigenen altersmüden Genossen mit vitalen DVU-Kämpfern und jungen Republikanern aufmischen, nun stellt Gysi der SPD Bedingungen…” Gremliza (Konkret): jeder, “..sollte wissen wollen, warum ehemalige Mitglieder der SED, FDJ und der NVA sich heute bei der NPD oder der DVU wohl fühlen können; und warum in einem östlichen Bundesland 23% der PDS-Wähler ihre Zweitstimme den neuen Nazis geben?”

Zum Schluss die Fraktionschefin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Renate Künast, im “Spiegel” 40/99: “Ja, ich wundere mich, mit wem die PDS alles einen Dialog führen will. Gregor Gysi will sich ja auch auf die Rechtsextremen zubewegen. Die PDS ist janusköpfig: einerseits modern und fortschrittlich, andererseits Repräsentantin des alten konservativen SED-Systems….Ich möchte nicht in dämagogischer Konkurrenz zur PDS treten.” Spinnen der „Spiegel”, die „Konkret”, die Marqardt, die Künast und die Krienen? Oder können und wollen Außenstehende das einfach nur nicht glauben? Woher kommen eigentlich alle diese merkwürdigen Tendenzen?

Ein Blick in die Geschichte der kommunistischen Bewegung kann dabei hilfreich sein…
Wir stoßen in der Schlussphase der „Weimarer Republik”, auf die sich unter dem moskautreuen KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann immer stärker durchsetzenden Linie des Nationalbolschewismus. Die Ablehnung des Versailler Vertrages durch die Kommunisten und das Einreden der nationalen Minderwertigkeit der Deutschen, durch die angeblichen finanziellen Knebelungen der Reparationszahlungen, ähnelten dem Impetus der Nazis sehr.

Strasser, bediente den Arbeiterflügel der NSDAP, der für nicht wenige Arbeiter eine gute Alternative zur KPD wurde. Spektakulär der Fall des Reichswehrleutnant Richard Scheringer (Sein Sohn ist heute Landtagsabgeordneter der PDS in Mecklenburg-Vorpommern). Scheringer sass ab 1930 in Haft wegen nationalrevolutionärer Umtriebe in der Reichswehr. In der Haft gab er eine Erklärung gegen die Nazis ab, die vom KPD-Reichstagsabgeordneten Kippenberger im Reichstag verlesen wurde. Scheringer blieb jedoch bis zum „Röhm-Putsch” (1934) der SA verbunden und schrieb über diese Zeit: „(es)…blieb den SA-Führern vieles unklar. Hier Hitler, da Röhm. Das war ihr Zweispalt. In der SA waren damals etwa 1 Millionen Mann erfasst und größtenteils mit Handfeuerwaffen ausgerüstet…Das rechtfertigte meiner Meinung nach das Vorwärtstreiben der Sache Röhms und seiner SA.” Scheringer trat nach dem Krieg in die KPD ein und war ab 1968 Mitglied der DKP. Bis zu seinem Tode im Jahre 1986, war er Mitglied des Parteivorstandes der DKP!

Nach dem zweiten Weltkrieg wetterte die KPD im schlimmsten nationalen Pathos gegen die
westalliierte “Fremdherrschaft”, sang der Arbeitersänger Busch ,,damit Deutschland den Deutschen gehört”, bezichtigte man Adenauer des „nationalen Verrates” und forderte schließlich alle „Patrioten” „zum Sturz des Adenauer-Regimes” auf, denn Adenauer habe die Sammlung “nationalgesinnter Kräfte” verhindert.

Doch zurück zum Hier und Jetzt…Frau Ostrowski, wie erwähnt, MdB/PDS traf sich 1993 mit einem Führer, der vom Innenministerium verbotenen Neonazigruppe ,,Nationale Offensive” und zog nach dem Treffen das Fazit: „Unsere sozialen Forderungen stimmen imgrunde überein, bis hin zum Wortlaut.”

Angela Marquardt berichtete, Ellen Brombacher (eine der führenden Personen der Kommunistischen Plattform), habe sich geäußert, die Ostdeutschen säßen auf der Hühnerleiter von Unterdrückung und Ausbeutung an zweitunterster Position und sie fände es deshalb verständlich, wenn diese jetzt die Tritte an Flüchtlinge und Ausländer weitergäben.

Wir sehen, fest in der alter Ideologie verwurzelt, schlagen die Triebe immer wieder aus und warten auf ihr Opfer, gleich einer fleischfressenden Pflanze, mit Geduld und Hinterlist. Wen wundert es jetzt noch, wenn in dieser Partei Rosa Luxemburg, eine Linksradikale mit ständigen Ausschlusstendenzen gehuldigt und Eduard Bernstein, der Ur-Vater der Sozialdemokratie, verfemt wird.

Wie sehr diese Dinge auch heute noch wirken, zeigen u.a. die Aktivitäten dieses Herrn, der sich heute selbstverständlich im Dunstkreis der WASG (als Aktivist der kommunistischen Sekte SA(V) befindet - Der Falschspieler

8 Kommentare »

  1. in Francois Furets Betrachtungen verschwindet die Zeit - eine Totsünde für jeden Historiker. Stalins, unter grossem Jubel seines sozialistischen Bruders Hitler, vollzogene Vertreibung der Jüdischen aus den Machtzentralen des Kommunismus, nicht nur Moskaus, geschah deutlich nach der “Machtergreifung” der National Sozialisten Deutschlands, während Francois Furet ansonsten die Situation zeitlich deutlich davor datiert analysiert. Wie gesagt, eine Totsünde; von daher wird nicht weiter auf diese weitere Manifestation der Inkompetenz einzugehen sein.

    Ihr Beitrag dagegen wirkt seriös.

    Interessant ist das Zitat der Grünen Künast, die sich wundert mit wem die PDS alles einen Dialog führen will. “Gregor Gysi will sich ja auch auf die Rechtsextremen zubewegen.”. Über was wundert sie sich denn eigentlich?

    Die Grünen selbst sind aus dem Braunen Sumpf geboren worden, dann wurden sie von verfassungsfeindlichen linksradikalen Extremisten erobert, schliesslich koalierten sie überall wo sie nur konnten mit der SPD, deren Mitglieder sie zuvor ebenfalls überall wo sie nur konnte aus allen möglichen Umwelt- und Friedensaktivitäten mit gelegentlich sogar gewaltsamen Mitteln ausgrenzten. Auf die Rechtsextremen zubewegen tun sie sich sowieso, wenns passt, und schliesslich ist der grosse Häuptling Cohn Bendit ein aktiver Unterstützer nun wirklich echter Auschwitzleugner, und mit ihm noch ganz andere dieses weiteren Krebsgeschwürs deutscher Politik.

    Warum geschieht die alles?

    Es ist ganz einfach zu beantworten.

    Der Extremismus konnte und kann nirgendwo wirklich die Volksmassen mobilisieren, denn dazu sind die Köpfe derer, die blöd genug sind dauerhaft an die infatilen Traumwelten der Extremisten glauben zu können, immer und ewig zu karg gezählt. Mangels echtem Adressaten, muss der Extremismus als “Bündnispartner” suchen, wer immer sich dazu anbietet. Die “russische” “Revolution” war in Wirklichkeit ein Putsch ethnischer Mindeheiten, und während der ersten “Revolutions”jahre nahm der blutige Terror der Letten, Turkestaner (so nannte sie Paul Levi), usw., deutliche antirussische, ja antislawische, Züge an.

    Wer geschlagen wird, der schlägt auch…

    ..und wer blöd genug ist zu glauben, daß er mit geschlagenen Menschen einen Fortschritt der Emazipation des Menschen bewirken wird, dem sei gesagt, daß er damit das glatte Gegenteil erreichen wird!

    100 Millionen Opfer forderte der Sowjetkummunismus, 70 Millionen gehen allein auf das Konto des Verbrechers Mao, unabhängig vom Gesamtverbrechen des chinesischen Kommunismus, dem man durchaus noch eine Dezimalstelle mehr hinzurechnen darf, Pol Pot rottete ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung in nur wenigen Jahren aus, und den sozialistischen Wahnvorstellungen Hitlers wurden 6 Millionen Jüdische geopfert, plus eine unüberschaubare Anzahl Opfer anderer Ethnien, einschliesslich der Deutschen selbst.

    Für die deutsche Linken ist es ein Erfolg, wenn sie den reaktionären und frauenfeindlichen Vorstellungen einer Minderheit islamischer Betonköpfe zum Durchbruch verhelfen kann, oder wenn sie die bürgerliche Ehe den armen Homos als reaktionären Wunsch aufs Rezept schreiben darf, oder gar wenn sie den unbescholtenen Landsmann als “Nazi” demsakiert, weil er sich negativ über fremde Kulturen ausspricht, womir er “aufrechnet” und damit austomatisch zum Nazi wird.

    Ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten, insbesondere deren meist reaktionäre Vertreter, sind schon längst zum “Bündnispartner” der deutschen Linken und ganz besonders der Partei der Grünen Künast geworden. Der Missbrauch der Minderheiten ist längst unerträglich geworden. Nur beim Volk selbst, insbesondere den Leistungserbringern, da haperts - wie immer. Wer denn will, daß sein Ehrgeiz, seine Kompetenz, von Links nach unten wegnivelliert wird, damit eine kleine Anzahl Auserwählter eine Diktatur über die gleichgemachten Volksmassen installieren kann? Nur derjenige, der selbst keinen Ehrgeiz in der industriellen Wirklichkeit entwickeln kann, weil er ganz einfach nichts kann. Der Sozialismus ist die Weltanschauung der Losers, wie es David Horowitz treffend ausdrückt!

    Schaden ist damit bereits gewaltig angerichtet worden, und ob sich da der Hammel Gysi auch noch auf die “Rechts”extremen zubewegt, ist einerlei, denn so weit entfernt voneinander sind die deutlich staatssozialistisch-kollektivistischen Zielvorstellungen der nationalen- und SED Sozialisten sowieso nicht voneinander entfernt. Wie wir vor nur wenigen Tagen erfahren konnten, bedient sich Lafontain mittlerweile typischer fremdenfeindlicher Stereotype zur Propaganda für den Realsozialismus seiner und seines Bruders Gysi Wahnvorstellungen.

    Wen wunderts eigentlich noch?

    Kommentar von n.freimann — 20. Juni 2005 @ 20:11

  2. Stimmt, die Grünen stammen aus einem recht merkwürdigen Sumpf von Ökorechten auf der einen Seite und K-Gruppen-Extremisten auf der anderen. Hier und da scheinen sich ein paar der älteren Parteileute doch zu Personen entwickelt zu haben, die für demokratische Verhältnisse einstehen - spezifische Verhaltensweisen der Politsekten und ein unangenehmer Extremismus, der wenig Kompromissbereitschaft zeigt, sind geblieben.

    Furets Bemerkungen halte ich aber insgesamt für sehr zutreffend und sehe sie nicht als abgehoben oder geschichtslos an. Dem “Phänomen Nationalbolschewismus” kommt man nur auf die Spur, wenn man die tiefen inneren Übereinstimmungen der Totalitären von links und rechts, ihren Dirigismus, ihre Selbstbezogenheit, ihre völkische Begrenztheit, ihren Dogmatismus, ihre Freiheitsfeindlichkeit, wirklich begreift.

    TK

    Kommentar von Campo-News — 21. Juni 2005 @ 14:53

  3. Wie gut die Zusammenarbeit schon heute (wieder) ist, zeigt diese Erklärung der NPD vom 22. 6:

    PDS greift erneut NPD-Idee auf (m0605-22)

    Beide Fraktionen laden Ex-MDL-Aufsichtsratschef Jürgen Geißinger vor

    Auf seiner heutigen Sitzung beschloß der Untersuchungsausschuß zur Sächsischen Landesbank die Vorladung erster Zeugen, die zu den Affären um die SachsenLB vernommen werden sollen. Neben Ludwig Hausbacher, dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Mitteldeutschen Leasing AG (MDL AG), sollen Hans-Jürgen Klumpp, vorläufiger Vorstandssprecher der SachsenLB, und Jürgen Geißinger, Vorstand der Ina-Schaeffler KG und ehemaliger Aufsichtsrat der MDL AG, dem Untersuchungsausschuß Rede und Antwort stehen. Während Ludwig Hausbacher schon zur nächsten Sitzung des Untersuchungsausschusses am 11. Juli dieses Jahres vorgeladen werden soll, wurde für die Vernehmungen von Klumpp und Geißinger noch kein verbindlicher Termin genannt, da noch nicht absehbar ist, wie sich der Informationsstand des Ausschusses mit den sich daraus ergebenden Folgen nach der Hausbacher-Vernehmung darstellen wird.

    Mit dem Beschluß zur Vorladung Jürgen Geißingers griff die PDS erneut eine NPD-Idee auf. Nachdem ein Beweisantrag der NPD zur Vorladung Jürgen Geißingers im Untersuchungsausschuß abgelehnt worden war, stellte die PDS ca. eine Viertelstunde später einen beinahe identisch begründeten Antrag, dem die Vertreter von NPD und PDS zustimmten und der somit die erforderliche Stimmzahl bekam. Geißinger, Chef eines der größten deutschen Industrieunternehmen, hatte schon im November vergangenen Jahres geäußert, daß er sein Vertrauen in die SachsenLB verloren habe und in einer umfangreichen Korrespondenz mit dem früheren SachsenLB-Vorstand und MDL-Aufsichtsrat Rainer Fuchs die Abstellung diverser Mißstände verlangt.

    Dr. Johannes Müller, Obmann der NPD-Fraktion im Untersuchungsausschuß, äußerte nach der Ausschußsitzung:

    “Wir sind froh, daß die PDS immer wieder gezwungen ist, unsere Ideen aufzugreifen und die NPD-Fraktion so die Arbeit im Ausschuß voranbringen kann. Unsere Anträge auf Vorladung des Ministerpräsidenten Georg Milbradt, des Finanzministers und Vorsitzenden des Verwaltungsrates der SachsenLB Dr. Horst Metz und des Hamburger Immobilienkaufmanns Dr. Lutz Ristow wurden heute eingebracht, allerdings noch nicht beschieden. Auf die Dauer wird der Untersuchungsausschuß nicht umhin können, diese Schlüsselpersonen im Hinblick auf die Aufklärung der Skandale um die Landesbank vorzuladen. Wenn wir indirekt durch die Ausübung von politischem Druck auf die anderen Fraktionen die Arbeit im Untersuchungsausschuß forcieren können, so haben wir damit unsere Ziele erreicht.”

    Holger Szymanski

    Kommentar von Campo-News — 23. Juni 2005 @ 13:38

  4. Diese schöne Ergänzung zum Thema, fand ich heute über No Blood for Sauerkraut!” nämlich die Kolumne von Hannes Stein Die Linken und die Faschisten:

    Irgendwann in der Zeit des Hitler-Stalin-Paktes besuchte der dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexö Bertolt Brecht in seinem Haus in Svendborg. Andersen Nexö war gerade in Moskau gewesen, und nun erzählte er dem Exilanten Brecht, was er dort von seinen Genossen gelernt hatte: “Der Nationalsozialismus ist der besondere deutsche nationale Weg zum Sozialismus. Adolf Hitler ist ein Verbündeter im Kampf gegen den Kriegstreiber Winston Churchill und den britischen Imperialismus. Die deutschen Kommunisten haben die Pflicht, in diesem Punkt umzulernen.” Brecht klappte die Kinnlade nach unten.

    Warum mir diese kleine Episode gerade jetzt einfällt? Weil ich vor ein paar Tagen das Vergnügen hatte, einen gestandenen Linken kennenzulernen, einen Veteranen der 68er Bewegung. Dieser überaus charmante Mann versicherte mich - nachdem er saftig über die amerikanischen Kriegstreiber geschimpft hatte - seiner Sympathien für die Ayatollahs im Iran. Die iranische Revolution von 1979, sagte er, sei der Versuch Persiens gewesen, endlich wieder zu sich selber zu finden, nach Jahren der westlichen Einflußnahme; schließlich hätten die Amerikaner den demokratisch gewählten Mossadeq gestürzt und an seiner Stelle den Schah installiert. Gewiß sei es in der iranischen Revolution zu manchen Unerfreulichkeiten gekommen. Das sei nun einmal so bei Revolutionen, es gelte zum Beispiel auch für die Französische Revolution. Auf meinen Einwand, mir sei nicht recht wohl bei dem Gedanken an ein nuklear bewaffnetes Ayatollah-Regime, meinte jener Linke: Der Iran strebe doch nur deshalb nach der Atombombe, weil er sich gegen Israel verteidigen müsse. Das sei doch ganz und gar verständlich.

    Mir klappte der Kiefer nicht nach unten. Ich bin ja doch schon einiges gewohnt. Dennoch verblüffte mich die brutale Offenheit dieser Parteinahme.

    Als ich wieder zu Hause war, nahm ich Paul Bermans Buch “Terror und Liberalismus” aus dem Regal und las den Abschnitt über Paul Faure und seine Anhänger in der Sozialistischen Partei Frankreichs. Das war in den dreißiger Jahren: Léon Blum war an der Macht, und er verband sozialen Humanismus mit einem patriotisch gefärbten, einem militanten Antifaschismus. Die Anhänger von Paul Faure in der Sozialistischen Partei waren damit überhaupt nicht einverstanden. Als Pazifisten stellten sie ein paar unangenehme Fragen: War Deutschland durch den Versailler Vertrag nicht schrecklich gedemütigt worden? Vertrat Hitler also nicht auch legitime Interessen? Und ist jede Kritik an Juden notwendig antisemitisch? War nicht auch Léon Blum, ihr innerparteilicher Widersacher, ein Jude? 1940 fiel die Wehrmacht in Frankreich ein. Marschall Pétain schlug sich auf die Seite der Sieger und bildete eine nazifreundliche Regierung, Blum wurde ins Konzentrationslager deportiert. Und die Pazifisten unter Frankreichs Sozialisten stimmten in der Nationalversammlung für die Regierung des Marschalls Pétain.

    Es ist ein Mythos, denke ich und klappe Bermans Buch zu - es ist einfach nicht wahr, daß Linke in der Geschichte immer und notwendig Antifaschisten gewesen sind. Gegenbeispiele: Die Kommunisten von 1939 bis 1941, als Stalin Juden, die aus Deutschland und Österreich in die Sowjetunion geflüchtet waren, an seinen Freund Hitler auslieferte, als in Moskau “Mein Kampf” auf russisch gedruckt wurde. Die Paul-Faure-Sozialisten in Frankreich, wie gesehen. Und nicht zu vergessen: die britischen Pazifisten der vierziger Jahre, die Churchill mehr haßten als Hitler und die Opfer der Nazis aus tiefstem Herzen verachteten. All das hängt der Linken bis heute nach. Die Linken glauben, sie seien fortschrittliche Leute, also gegen den Virus des Faschismus immun - und stecken sich ein ums andere Mal wieder an. Man muß kein Prophet sein, um vorherzusagen, daß große Teile der europäischen Linken sich ohne rhetorische Verrenkungen an die Seite der islamistischen Schlächter stellen werden. Vom humanistischen Erbe der Linken wird, wenn dieser Krieg gegen den Terror vorbei ist, nichts mehr übrig sein. Und das ist eigentlich schade

    Kommentar von Campo-News — 24. Juni 2005 @ 04:24

  5. “Man muß kein Prophet sein, um vorherzusagen, daß große Teile der europäischen Linken sich ohne rhetorische Verrenkungen an die Seite der islamistischen Schlächter stellen werden.”

    Schön, daß uns Hannes Stein das “vorhersagt”, was der Weltöffentlichkeit bereits vor einem Jahrzehnt vor Augen geführt wurde: die offene, unverhüllte Parteinahme der “pazifistischen Linken” rot-grüner Couleur für die legitimen Erben der NS-Kollaboration auf der Balkanhalbinsel, einschließlich des Islamisten und Antisemiten Izetbegovic.

    In der Sache ist Hannes Stein natürlich uneingeschränkt beizupflichten: Das theokratische Unterwerfungskonzept des islamistischen Klerikalfaschismus stellt die europäische Zivilstaatlichkeit in ebenso radikaler Weise in Frage, wie der Hitlersche Nationalsozialismus und seine (gesamt-) europäischen und nahöstlichen Schergen es getan hatten. Allerdings handelt es sich bei den pro-islamistischen Kollaborateuren in der rot-grünen (Pseudo-) Linken nicht - wie Stein allen Ernstes postuliert - um “Pazifisten” (es sei denn, auch Heß` Friedensflug könnte als eine pazifistisch motivierte Tat gewürdigt werden), sondern vielmehr um Verfechter einer multikulturalistischen Aufhebung nationalstaatlicher Demokratie - während es sich bei den linkssozialistischen Gegnern des Anti-Appeasers Churchill um “klassisch”-linke nationalprotektionistische Chauvinisten handelte. In beiden Fällen haben wir es jedenfalls mit einer NEGATION der (international-)politischen Errungenschaften eines aufrichtigen Pazifismus zu tun, wie sie sich im Briand-Kellogg-Pakt (Ächtung des Krieges als eines Mittels der internationalen Politik!) manifestier(t)en.

    Wer die “Munichois” - also die GEGNER einer konsequenten Ächtung des nationalsozialistischen Expansionismus - als “Pazifisten” aufwertet, nur weil sie das Wort “Frieden” im Munde führten (wie es auch die gegenwärtigen Advokaten islamistischer Terrorakte zu tun pflegen, wenn sie Milosevic, Putin oder Sharon als “Aggressoren” und “Völkermörder” geißeln), könnte auch Goebbels einen “Nationalbolschewisten” (also einen Anhänger des NS-Opfers Ernst Niekisch) nennen, Neonazis und (türkische oder iranische) Radikalislamisten als “Konservative” titulieren oder Neostalinisten als “gemäßigte Linke”.

    Kommentar von Digenis Akritas — 24. Juni 2005 @ 11:23

  6. Ich habe jedenfalls mit Freude gelesen, dass Stein das kommentiert, was ich in einer Satire beschrieb Pazifisten und Nationale Sozialisten”

    TK

    Kommentar von Campo-News — 24. Juni 2005 @ 15:09

  7. Rechtsextremisten versuchen, die zum Linksbündnis gehörende WASG zu infiltrieren. Auf einer Internetseite wird dazu aufgerufen, beim Partner der PDS Fuß zu fassen.

    In den örtlichen Gruppen der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) solle für “Ansätze einer nationalen Politik” geworben werden, heißt es auf der Homepage des “Sozialen und Nationalen Bündnisses Pommern”.

    Spiegel-Online

    Kommentar von Campo-News — 24. Juni 2005 @ 15:14

  8. “Wer - wie Claudia Roth - die Fischer-Partei noch nach dem militärischen Angriff auf Jugoslawien als ‘friedenskompetent’ würdigte, unterscheidet sich noch nicht einmal graduell von jenen, die jährlich der ‘Friedensleistungen’ eines Rudolf Heß gedenken, der bekanntlich ebenfalls für ein harmonisches Verhältnis der germanischen Herrenvölker auf Kosten der slawischen Nationen, der Griechen oder der Inder eintrat.”

    (DLS, September 2003)

    Kommentar von Digenis Akritas — 24. Juni 2005 @ 16:31

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